Neu hier?
Starte am besten mit Beitrag 1, um die Grundlagen zu verstehen.
Sobald der zeitliche Verlauf verstanden ist, wird ein zentraler Punkt deutlich:
Symptome treten meist nicht im Moment des Konfliktschocks auf, sondern erst dann, wenn sich innerlich etwas verändert – wenn also eine Form von Lösung einsetzt.
Doch wodurch entsteht dieser Wendepunkt?
Im Rahmen der beschriebenen Denkweise gibt es mehrere Wege, über die ein Konflikt in Bewegung kommen kann:
Ein wesentlicher Mechanismus ist die intuitive Lösung.
Während der konfliktaktiven Phase eines Biologischen Sonderprogramms sorgt das sogenannte Zwangsdenken dafür, dass sich der Betroffene permanent mit dem Konflikt beschäftigt. Dieser innere Druck ist kein Zufall, sondern funktional: Er hält das Thema so lange präsent, bis sich eine Lösung abzeichnet. Der Organismus drängt gewissermaßen selbst auf eine Klärung.
Eine weitere Möglichkeit ist die zufällige oder situative Lösung.
Dabei wird der Konfliktinhalt durch äußere Veränderungen gegenstandslos:
- ein Umzug
- ein Arbeitsplatz- oder Schulwechsel
- das Wegfallen einer beteiligten Person
Der Betroffene verlässt das konfliktbelastete Umfeld – und damit verliert der Konflikt seine Grundlage.
Ebenso können hormonelle Veränderungen, etwa durch die Einnahme der Antibabypille oder in den Wechseljahren, die Konfliktverarbeitung beeinflussen, indem sie die Konfliktqualität bzw. den Konfliktinhalt verändern.
Darüber hinaus kann eine Lösung auch durch eine Veränderung der inneren Haltung entstehen. Der Konflikt bleibt zwar bestehen, wird jedoch anders bewertet:
- seine Bedeutung nimmt ab
- es kommt zu einer Form von Resignation
- mit zeitlichem Abstand entsteht Distanz
- manchmal sogar die Fähigkeit, darüber zu lachen
- oder die Erkenntnis, dass äußere Umstände nicht kontrollierbar sind – wohl aber die eigene Reaktion darauf
Bleibt ein Konflikt hingegen dauerhaft aktiv, verharrt der Organismus in einem anhaltenden Stresszustand. Typisch sind Schlaflosigkeit, verminderter Appetit und ein erhöhter Energieverbrauch. Hält dieser Zustand an, kommt es zu einem zunehmenden Kräfteverfall, da die Energiereserven kontinuierlich aufgezehrt werden.
Eine Zwischenform stellt die Heruntertransformierung des Konfliktes dar.
Dabei wird der Konflikt nicht vollständig gelöst, jedoch in seiner biologischen Konfliktschärfe so weit reduziert, dass er für den Organismus dauerhaft tragbar wird.
Diese Wege machen deutlich: Konfliktlösung ist kein einheitlicher Prozess.
Sie verläuft nicht linear, nicht planbar und nicht nach einem festen Schema.
Sie kann:
- plötzlich eintreten
- sich schrittweise entwickeln
- durch äußere Veränderungen ausgelöst werden
- oder durch eine innere Verschiebung entstehen.
Der entscheidende Faktor bleibt dabei immer derselbe: das subjektive Erleben.
Damit verschiebt sich auch die Rolle des Betroffenen.
Er ist nicht passiv – sondern aktiv am Verlauf beteiligt.
Im Idealfall lässt sich ein Konflikt real lösen, denn eine konkrete, greifbare Lösung ist in der Regel die stabilste und nachhaltigste.
Ist eine Konfliktlösung im Außen nicht möglich, kann sich die Lösung auch innerlich vollziehen: Dann verliert der konkrete Konfliktanlass seine Schärfe – weil sich die Umstände relativieren, sich eine neue Sichtweise ergibt oder die Situation nicht mehr als bedrohlich erlebt wird.
In diesem Moment endet die Konfliktaktivität und der Organismus tritt in die Lösungsphase ein.
Im nächsten Schritt geht es darum zu verstehen, warum dich bestimmte Ereignisse überhaupt auf eine ganz bestimmte Weise treffen. Denn nicht jede Situation löst automatisch einen Konflikt aus.